Sugo "Bolognese"

Ein ausgesprochen wichtiges Rezept, weil es so gut ist, dass sogar meine Omni-Schwester (Omni von Omnivor = Vegan-Slang für ´Alles-Esser´) jedes Mal danach verlangt, wenn ich in der Stadt bin. Und das, obwohl sie eine Meisterin der Bolognese Classico ist.
Meine Mama allerdings, obwohl fast ganz vegan, mag das Rezept nicht (weil Räuchertofu drin ist und das findet sie eklig), aber ich glaube, sie ist die einzige auf der ganzen Welt. (Sollte es doch noch jemanden geben der ihre Meinung teilt, kann er/sie das Räuchertofu mit normalem Tofu ersetzen oder einfach ganz weglassen, dann hat man noch immer eine sehr feine Sugo.)


Was ihr braucht:
(4 pax. - Ich muss aber erwähnen, dass ich selbst eigentlich nur 'aus der Lameng' koche, Mengenangaben sind bei mir also eher als lockere Empfehlung zu sehen.)

Olivenöl
soVIEL Knoblauch wie ihr mögt
2 Schalotten oder 1 Zwiebel
2 Zweige Frischer Rosmarin (wahlweise noch ein wenig frischer Salbei oder Basilikum sowie zwei/drei getrocknete Lorbeerblätter, die werden im ganzen mitgekocht, aber nicht gegessen)
Chilischoten*
3 Karotten
200 Gramm Räuchertofu**
Ein Glas Rotwein zum Ablöschen
2 mittlere Zucchini
1 mittlere Aubergine
1 Dose gehackte Tomaten
1 Packung passierte Tomaten
1 unbehandelte Zitrone (wir brauchen die Schale)
Eine handvoll schwarze Oliven (am besten "Kalamata", oft sind schwarze Oliven nämlich nicht wirklich schwarz sondern nur gefärbt und schmecken unangenehm nach Eisen)
Ein wenig Zucker (je nach Säure der Tomaten, ich benutze mittlerweile nur noch Reissirup zum süßen)
Salz 

*(Je nachdem wieviel Schärfe ihr vertragt, ich nehm hier meistens zwei Stück, ich mags hothothot!
Die Schoten varriieren in der Schärfe sehr. Test: Im Kernbereich anschneiden, mit dem Finger berühren und damit dann die Zungespitze, dann weiß man schon Bescheid. Danach und dann nach dem schneiden von Chili, Knoblauch und Zwiebeln gründlich die Hände waschen. Erstens um den unsexy Finger-Geruch von Knoblauch und Zwiebeln zu eliminieren und eben auch die Schärfe der Chili: Reibt man sich später dann nämlich die Augen, ungläubig, weil die Sauce so unglaublich gut schmeckt, kann das ganz schön brennen. HotHotHot, Baby!)

**Räuchertofu:
Ich nehme hier gerne das von ´VeggieLife´ (z.B. bei REWE), sonst ist mir das zu intensiv geräuchert und trocken, in diesem Fall ist das jedoch genau richtig!




Allora, andiamo!

Kleingehackten Knoblauch, Zwiebeln, Chili und Rosmarin in reichlich Olivenöl anschwitzen. Nicht zu heiß, denn wird der Knoblauch braun, schmeckt er bitter.
Bald die Karottenwürfelchen hinzugeben und mit anbraten. Dann nehmt ihr das Räuchertofu und zerbröckelt es in den Topf.





Wenn alles zusammen ein paar Minuten gebrutzelt hat, löscht ihr es mit dem Glas Rotwein ab. Lasst es dann ein wenig einreduzieren, der Alkohol muss verdampfen. Dann könnt ihr das restliche Gemüse hinzugeben sowie eine kräftige Prise Salz, das entzieht dem Gemüse das Wasser und ergibt ein feines Basis-Sößchen. Regelmäßig umrühren nach etwa fünf Minuten könnt ihr dann die Dosentomaten (Achtung: Strunkis und Tomatenhaut aussortieren) und die passierten Tomaten sowie die Zitronenschale*** und die entkernten und gehackten Oliven hinzugeben.


Kalamata Oliven, trocken eingelegt: Entsteinen und dritteln.


Lasst das Ganze nun unter weiterhin regelmäßigem Umrühren (alle 5-10 Minuten) mindestens eine halbe Stunde sanft köcheln. Tatsächlich wird die Sauce besser, je länger sie kocht; 2 Stunden sind da nicht übertrieben!
Sobald ihr dann essen wollt und die Nudeln eurer Wahl im Wasser sind, könnt ihr abschmecken.
Salz (denkt dran: es ist bereits Salz drin und die Oliven würzen ebenfalls), Zucker o.ä., frisches Basilikum oder Petersilie, je nach Laune... Ich persönlich gebe manchmal gerne einen Schuss Balsamico hinzu, das rundet die Sauce mit der speziellen süßen Säure ideal ab.


***Die Schale der Zitrone mit einer feinen Reibe abraspeln, einen 1cm-breiten Streifen Zitronenschale mit einem scharfen Messer winzig klein hacken oder ihr seid DasPerfekteDinner-Fans und habt tatsächlich einen Zester zur Hand.
Wenn ihr es ein wenig subtiler mögt, könnt ihr ein paar dünne Scheiben der Zitronenschale im Ganzen in den Topf werfen, mitkochen und dann vor dem servieren mit den Lorbeerblättern entfernen.


Sauce in progress

Go Crazy With The Garnitur!
Ich mag ja als Topping frische Sprossen besonders gern. ´Käse´, noch mehr frische Kräuter, Kapern, mehr Oliven... Eben wieder ganz al gusto!


Bei uns gabs dieses Mal einen wunderbaren Salat dazu, gezaubert von meinem geliebten Schwesterlein, bestehend aus frischer roter Beete und Karotten "julienne" sowie zweierlei Blattsalaten.





Buon Appetito, Amici!








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